Quincy

Im Februar 2004 kam Quincy im alter von 8 Monaten zu uns. Er war nicht geplant und wir wollten auch keinen zweiten Hund zu unserem Mike der ja schon 13 Jahre alt war. Wir besuchten Verwandte in Belgien und spazierten über den Markt in Lüttich. Von allen Seiten hörte ich Hundegebell, sah aber keinen Hund. Dann erfuhr ich dass es dort regelrechte "Hundeläden" gibt. Bis vor kurzem sind die Hunde direkt auf diesem Markt angeboten und verkauft worden. Die Zustände müssen teilweise katastrophal gewesen sein, viel zu enge Käfige, viele der Hunde krank und unterernährt. Dem Wetter preisgegeben standen die Käfige an den Verkaufsstraßen.

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So einen Laden musste ich mir nun unbedingt anschauen. Was ich da sah, war für jeden Hundeliebhaber schrecklich anzusehen. Hunde in Boxen gestapelt, in Reihen übereinander, wie eine Lage Schuhkartons. Zwar waren die Käfige sauber und mit Sägemehl eingestreut, aber es roch trotzdem unangenehm. Alle möglichen Rassen und auch Mischlinge, alles Welpen bis auf Einen. Ein kleiner Jack Russell Terrier blickte mich mit seinen fast schwarzen Augen an.

Ganz vorsichtig streckte er mir eine Pfote durch das Gitter entgegen. Langsam schob ich ihm einen Finger hin, er nahm ihn vorsichtig zwischen die Zähnchen und hielt ihn fest. Mir wurde fast übel, dieser Hund hatte mich zutiefst berührt, aber ich wusste auch dass man diesen Hundehandel nicht durch den Kauf der Hunde unterstützen darf. Fluchtartig verließen wir den Laden, der Tag war für mich gelaufen, ich wollte nur noch nach Hause. Eine ganze Woche bekam ich diesen Hund nicht aus dem Kopf, diese schwarzen Augen verfolgten mich sogar im Schlaf. Am nächsten Wochenende fuhren wir nochmals dahin, ich mußte einfach wissen ob der kleine Kerl noch da war. Tatsächlich, er war noch da und diesmal war mir alles egal, ich konnte nicht nochmal ohne ihn gehen.

Wir erfuhren das er 8 Monate alt war, zahlten 250 Euro, ich hätte an dem Tag fast jeden Preis für ihn bezahlt. Den Hund auf dem Arm ging ich aus dem Laden, mit einem unglaublichen Glücksgefühl. Auf dem Weg zurück zum Auto mußten wir über den Markt, dort haben wir dann noch einen Korb und alles was der Kleine so brauchte gekauft, dann gings ab nach Hause.

Die Rückfahrt verlief ohne Komplikationen, Quincy war ein wenig eingeschüchtert, aber interessiert an dem Neuen. Zuhause angekommen mußten wir nun die erste Hürde nehmen, wie bringen wir "es" Mike bei. Pascal ging also hoch in die Wohnung und holte Mike, ich war schon mit Quincy auf unsere Hundewiese voraus gegangen. Da wurde mir erstmal bewußt dass Quincy ja auch noch keine Leine kannte. Wie ein kleiner Esel stand er da und wollte keinen Schritt gehen.

Pascal und Mike kamen endlich, und unser Opa Mike begrüßte mich zunächst überschwenglich. Erst beim zweiten Hingucken nahm er Quincy wahr, der hielt sich lieber erstmal im Hintergrund, und machte nur einen langen Hals. Mike beschnupperte ihn nur kurz, damit war das Thema für ihn erledigt und er wollte nun endlich spazieren gehen.

Quincy, inzwischen etwas mutiger geworden, sprang auf ihn zu und wollte ihn nun selber auch mal beschnüffeln. Das "kleine Ding" war Mike aber so gar nicht geheuer und er ließ ein tiefes Brummen hören. Wir beschlossen noch nicht direkt wieder in die Wohnung zu gehen sondern einen Spaziergang zu machen, in der Hoffnung das Mike sich an Quincy gewöhnt. Das klappte auch prima, Mike ignorierte den kleinen Burschen einfach. Quincy lief hinter ihm her und lernte so innerhalb von 3 Minuten an der Leine zu laufen. Nach einer Weile gings dann ab nach Hause. Nachdem es Mike Draussen so wunderbar gelungen war Quincy zu ignorieren, versuchte er es jetzt auch in der Wohnung. Leider ohne Erfolg, der kleine Jack Russell war nun mutig geworden und bedrängte Mike. Wir ließen die Beiden erstmal nicht aus den Augen um eingreifen zu können wenn es nötig wäre.

So schlief ich dann auch mit Quincy in den ersten Tagen im Wohnzimmer. Leider hatte Quincy aus Belgien eine heftige Magen- Darm Infektion mitgebracht, verbunden mit blutigen Durchfällen. Er hat arg gelitten und es sah nicht gut für ihn aus, er bekam eine Woche lang täglich Infusionen und Medikamente vom Tierarzt. Doch mein Kleiner ist ein Kämpfer, er überstand die Krankheit ohne Nachwirkungen.

Schön warm eingepackt
kann sich Quincy von der
Magen- Darm- Infektion
erholen.
Ein bisschen Sonne tanken auf dem Balkon
tut auch gut.
Die Krankheit ist
überstanden und er
erholt sich rasch.

Nun begann Quincy seine neue Welt zu erobern, er entwickelte eine unglaubliche Lebensfreude die ansteckend war. Selbst unser Opa Mike, der ihn inzwischen völlig akzeptiert hatte, ließ sich davon anstecken. Wir hatten das Gefühl das Mike mit einem Mal um 5 Jahre jünger wurde. Mike rannte und tobte wie ein junger Hund mit Quincy, es entwickelte sich eine wunderbare Freundschaft zwischen den Beiden.

Da Quincy ja wirklich außer seiner Hundebox noch nichts kannte, gab es vieles was ihn in dieser ersten Zeit erschreckte, aber er wollte alles Neue kennenlernen. Er genoss die neue, ungewohnte Freiheit, lernte jeden Tag neue Dinge kennen und eroberte mit seiner Fröhlichkeit die Herzen seiner neuen Familie wirklich im Sturm.

Quincy
WT: 12.08.2003

Mit Quincy arbeite ich seit er 8 Monate alt ist. Begonnen haben wir in einer Hundeschule, dort hat er die ersten Erfahrungen in der Unterordnung und Agility gemacht. Es zeigte sich schnell das er eine rasche Auffassungsgabe und großen Lerneifer hat. Da ich parallell zur Hundeschule auch viel Zuhause mit ihm geübt habe, machte er sehr schnell Fortschritte. Als dann Jason zu uns kam, wurde es klar dass die Hundeschule auf Dauer nicht wirklich geeignet für uns war. Quincy und Jason brauchten doch etwas mehr "Führung" als es in dieser Art von Hundeschulen üblich ist. So wechselten wir dann anfang 2006 zum PSK nach Bonn. Dort begann dann die wirkliche Ausbildung der Hunde. Quincy machte so rasante Fortschritte das er schon im Oktober 2006 mit Erfolg an der BH teilnehmen konnte. Zwischenzeitlich erlitt er beim Toben mit Jason im linken Hinterbein einen Bruch, damit nahm seine kurze Agility- Laufbahn ein jähes Ende. Inzwischen ist Quincy 12 Mal die BH gelaufen, bei 5 verschiedenen Leistungsrichtern und hat alle bestanden.

WARNUNG!

Wir hatten großes Glück mit Quincy, er hatte nur eine Magen- Darm- Infektion als wir ihn aus Belgien holten. Andere Hunde und ihre Besitzer hatten nicht so viel Glück.
Fast immer sind die Hunde/ Welpen krank und unterernährt, viele kostspielige Tierarztbesuche sind unumgänglich.
Oft genug gibt es keine Rettung für den Hund, der uns eigentlich ein langes gesundes Hundeleben ein treuer Freund und Begleiter sein sollte.


Tun Sie sich das nicht an! Informieren Sie sich vorher!

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